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Abbildungsqualität asphärischer IOL

Erläuterungen

Im folgenden sind die Messergebnisse asphärischer Intraokularlinsen (IOL) aufgeführt. Alle Messungen erfolgen mit dem am Institut entwickelten Messstand nach EN/ISO 11979-2 [ISO11979]. Die zu testende IOL wird dabei gemäß ISO unter in-vivo-ähnlichen Bedingungen innerhalb eines Kunstauges im Wasserbad betrieben, welches das übrige Auge (Cornea und Kammerwasser) simuliert.

Jede Linse wird im allgemeinen in zwei Brechkräften (i.d.R. +13dpt. und +26dpt, oder nächstliegender Wert des Herstellers) vermessen, um die Einflüsse von sphärischen Aberrationen sichtbar zu machen. Aufgeführt sind pro vermessener Linse eine Grafik der vermessenen MTF sowie der Wert des Strehl Ratio (Vergleich zwischen gemessener IOL und beugungsbegrenzter idealerer IOL) sowie des ISO Kriteriums (Modulation bei 100 Linienpaaren/mm). Erläuterungen zu den im folgenden aufgeführten Grafiken finden Sie unter Qualitätskriterien.

Aberrationskorrigierte IOLs sind i.a. asphärische IOLs bei deren Design nicht wie sonst üblich eine rein sphärische Cornea sondern eine leicht asphärische Cornea angenommen wird. Grund hierfür ist, dass Studien zeigten, dass die menschliche Cornea im statistischen Mittel eben diese leichte Asphärizität aufweist und somit IOLs, welche diese Aspherizität berücksichtigen, zu einem besseren Visus führen [Brennan97] [Holladay02] [Piers04].
Bei Messungen nach ISO11979 ist jedoch eine rein sphärische künstliche Cornea vorgegeben. Dementsprechend schneiden aberrationskorrigierte asphärische Linsen (z.B. **Acri.Smart 36A, Tecnis Z9000) bei diesen Messungen tendenziell etwas schlechter ab als nicht aberrationskorrigierte asphärische Linsen (z.B. Ultra Choice PHC001). Die ist jedoch für den in-vivo Einsatz aberrationskorrigierter IOLs nicht repräsentativ, da der Messaufbau nach ISO11979 diese statistische Aspherizität der menschlichen Cornea nicht berücksichtigt.
Messungen mit einem modifizierten Messsystem, welche eine entsprechende asphärische künstliche Cornea einsetzten, werden daher an dieser Stelle nachgereicht werden.
Zusätzlich bleibt zu erwähnen, dass ein Strehl Ratio größer 0,90 den übrigen optischen Komponenten des menschlichen Auges in aller Regel weit überlegen ist und daher nur in seltenen Fällen dem Patienten zu einer subjektiven Verbesserung des Visus verhelfen.
(Lesen Sie hier mehr über die unterschiedlichen IOL Designs.)

 

Liste der untersuchten IOL

Hersteller IOL Typ Art vermessene Brechkräfte
*Acri.Tec *Acri.Smart 36A asphärisch, aberrationskorrigiert +13dpt., +26dpt.
Pharmacia Tecnis Z9000 asphärisch, aberrationskorrigiert +13dpt., +26dpt.
 Sifi Mini 4
asphärisch
+13dpt., +26dpt.
ThinOptiX Ultra Choice PHC001 asphärisch +15dpt., +25dpt.

 

Detaillierte Meßergebnisse

*Acri.Tec - *Acri.Smart 36A (asphärisch, aberrationskorrigiert*)

+13dpt. +26dpt.
. .
Strehl Ratio: 0,92
ISO Kriterium: 0,54
(ISO%: 85,4%)
Strehl Ratio: 0,91
ISO Kriterium: 0,62
(ISO%: 90,5%)

 

Pharmacia - Tecnis Z9000 (asphärisch, aberrationskorrigiert*)

+13dpt. +26dpt.
. .
Strehl Ratio: 0,87
ISO Kriterium: 0,51
(ISO%: 80,7%)
Strehl Ratio: 0,85
ISO Kriterium: 0,55
(ISO%: 80,3%)

 

 

Sifi - Mini 4


 

 

 

 

ThinOptiX - UltraChoice PHC001 (asphärisch)

+15dpt. +25dpt.
. .
Strehl Ratio: 0,91
ISO Kriterium: 0,56
(ISO%: 90,3%)
Strehl Ratio: 0,98
ISO Kriterium: 0,66
(ISO%: 97,1%)

 

Kontakt

Prof. Dr. rer.nat. Wilhelm Stork
Tel. 0721 / 608 - 42510, wilhelm.stork∂kit.edu