U-Shift II: Heute Shuttle, morgen Lieferfahrzeug

Die digitale Schaltzentrale für das modulare Fahrzeug der Zukunft
<Text wird generiert, bitte warten...>DLR

Morgens Fahrgäste transportieren, mittags Pakete ausliefern und abends als mobile Serviceeinheit unterwegs sein – Im Forschungsprojekt U-Shift II wurde ein automatisiertes Fahrzeugkonzept weiterentwickelt, das je nach Bedarf Personen transportiert, Güter liefert oder mobile Dienstleistungen ermöglicht. Im Mittelpunkt steht ein modulares Fahrzeugkonzept, das aus einem fahrerlosen Driveboard und austauschbaren Kapseln besteht.

Flexible Fahrzeugfunktionen durch adaptive Architektur

Sobald das Driveboard eine neue Kapsel aufnimmt, müssen die jeweils benötigten Funktionen und Dienste verfügbar gemacht werden. Eine Personentransportkapsel stellt schließlich andere Anforderungen als eine Logistik- oder Servicekapsel.

„Durch die flexible technische Architektur kann das Fahrzeug seine Funktion je nach Einsatz verändern“, so Prof. Eric Sax, Leiter des Instituts für Technik der Informationsverarbeitung (ITIV) am KIT.

Damit dieser Wechsel nicht nur mechanisch, sondern auch informationstechnisch funktioniert, entwickelte das Team von Prof. Eric Sax am Institut für Technik der Informationsverarbeitung (ITIV) wesentliche Komponenten der Elektrik-/Elektronik-Architektur, der serviceorientierten Softwarearchitektur (SOA) sowie Lösungen für Connectivity und Diagnose. Diese Komponenten bilden die Grundlage dafür, dass sich das Fahrzeug zur Laufzeit an neue Aufgaben anpassen kann.

Live-Demonstration auf dem Campus Ost

Bei der Abschlussveranstaltung am 18. Juni 2026 präsentierten die Projektpartner die erzielten Forschungsergebnisse vor Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft, Industrie und Medien auf dem KIT Campus Ost.

Zu den Gästen zählte auch Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg, deren Ministerium das Projekt gefördert hat.

Automatisierte Fahrmanöver, der Wechsel verschiedener Kapseln sowie die dynamische Rekonfiguration von Softwarefunktionen während des laufenden Betriebs gehörten zu den Höhepunkten. Dabei konnten die Gäste, dank des vom ITIV entwickelten Diagnosesystems, die internen Signale des Driveboards live am eigenen Smartphone verfolgen.

Rund 40 Teilnehmende verfolgten die Demonstrationen und nutzten die Gelegenheit zum fachlichen Austausch mit dem Projektteam. Die Ergebnisse stießen auf großes Interesse und führten zu zahlreichen technischen Gesprächen.

Starke Partnerschaft für zukünftige Mobilität

Das vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) koordinierte Projekt wurde vom Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg mit zehn Millionen Euro gefördert. Projektpartner waren das DLR, das KIT mit dem ITIV und dem FAST, die Universität Ulm sowie das FKFS Stuttgart. Rund 1,7 Millionen Euro der Fördermittel entfielen auf das KIT.

Die Ergebnisse von U-Shift II zeigen, wie sich modulare Fahrzeugkonzepte künftig flexibel für Personenverkehr, Logistik und Dienstleistungen einsetzen lassen. Mit seiner Forschung zur adaptiven Fahrzeugarchitektur, Connectivity und Diagnose hat das ITIV einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, diese Vision umzusetzen.

Im Video ist der U‑Shift‑II-Demonstrator bei automatisierten Fahrmanövern auf dem KIT Campus Ost zu sehen. Die Aufnahmen entstanden im Rahmen der Abschlussveranstaltung des Projekts.

Weiterführende Informationen

KIT-Pressemitteilung

Bildergalerie

Vorstellung der neuen Generation von U-Shift II: (v.l.n.r.) Prof. Andreas Wagner, FKFS; Prof. Kora Kristof, Vizepräsidentin Digitalisierung und Nachhaltigkeit, KIT;  Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, ​​​​​Ministerin für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus; Prof. Meike Jipp, Bereichsvorständin Energie und Verkehr, DLR; Prof. Michael Buchholz, Leiter der Forschungsgruppen Elektromobilität und Vernetztes Fahren / Vernetzte Infrastruktur, Universität Ulm (Foto: Magali Hauser, KIT)